Optionen

Diesen Beitrag weiterempfehlen

Druckversion

Download

Newsletter

Volltextsuche

Zeitschrift Nachfolge

NF Juli-September 2010

Das ist einfach nicht gerecht - von Dr. Joseph Tkach - Wo war Gott? - von J. Michael Feazell - Keiner bereitet Sie vor - von Greg Williams - Im Herzen des Sturms: Martin Niemöller - von Neil Earle - Trauerfeier für einen Freund - von Kerry Gubb - Mit welchem Leib werden die Toten auferstehen? - von Paul Kroll - Die Kraft des Salzes - von James R. Henderson - Was Gott denkt ... - von Tim Brassell - Die Gratwanderung eines Christen - Lernen,wie ... weiter

Broschüren

Die Nerven behalten in einer Welt voller Stress

Die Welt verändert sich heute ständig in so einem Tempo, dass es fast kein Mensch mehr verkraften kann. Doch es gibt einen Weg, wie wir mit Stress fertig werden können.

kostenlos anfordern.

Weitere Rubriken

Was ist neu?

Über uns

Predigten

Bibelkurs

Zeitschrift Nachfolge

Literatur

Audio/Video

Speaking of Life

Adressen

International

Örtliche Gemeinden

Spenden und Helfen

Herbstkongress

Lesezeichen

Sviataja Istina (russisch)

Sviata Istina (bulgarisch)

Weitere Themen

Abendmahl

Auferstehung

Dreieinigkeit

Ethik

Evangelium

Evolution

Familie

Frauen

Gebet

Geistesgaben

Gemeinschaft

Glaube

Gott

Heilige Schrift

Heiliger Geist

Hoffnung

Israel

Jesus Christus

Jüngerschaft

Kirche

Leben nach dem Tod

Liebe

Liturgie

Prophezeiung

Schöpfung

Sexualität

Taufe

Gebet - ein Hilferuf

von Dr. Joseph Tkach

WKG-Bild

Für einige hat das Wort Gebet den Beigeschmack von Pflicht, von Arbeit, die treue Christen zu verrichten haben.
Manche erklären, Gebet sei etwas, das man siebenmal am Tag oder dreimal am Tag oder die ganze Nacht lang tun sollte oder das man noch vor der Morgendämmerung oder mindestens zwei Stunden pro Tag absolvieren sollte, womit die Betreffenden dem Beispiel dieser oder jener berühmten Person folgen wollen. Ich denke, dass Christen nicht beten sollten, als gelte es eine Pflicht zu erfüllen, sondern vielmehr aus einer Notwendigkeit heraus.

Schließlich kommt das Wort Gebet von Bitten. Es gibt keine biblischen Befehle für uns, zu bestimmten Zeiten oder auf bestimmte Weise zu beten. Wir werden nicht aufgefordert, Jesu Beispiel zu folgen, der eine ganze Nacht hindurch betete, oder Daniels Beispiel, der stets in Richtung Jerusalem betete.

Doch zeigen alle Stellen der Heiligen Schrift, dass Gottes Volk betet. Wir werden nicht aufgefordert, eine bestimmte Zeit lang zu beten, jedoch zu aller Zeit (1.Thess. 5,17; Eph. 6,18). Uns wird nicht geboten zu knien oder zu stehen oder auf dem Boden zu liegen, wenn wir beten.

Warum so viel Gebet?
Ein Gebet ist in seinem einfachsten Sinn eine Bitte. Die hebräischen und griechischen Wörter für Gebet bedeuten generell „bitten“. Jedes Mal, wenn wir Gott um irgendetwas bitten, beten wir – und es ist richtig, dass wir bitten. Paulus forderte die Philipper auf, um alles zu bitten, was immer sie wollten (Phil. 4,6).

Das ist der Grund, warum wir beten sollten: Wir sollen Gott um die Dinge bitten, die wir brauchen. Je besser wir uns kennen, desto mehr wissen wir, dass wir unglaublich bedürftige Menschen sind. Von uns aus können wir nichts tun. Wenn wir irgendetwas Lohnendes schaffen wollen, müssen wir die Hilfe Gottes suchen. Gebet ist ein Schrei nach Hilfe. Und da unser Bedarf nie endet, sollten auch
unsere Gebete nie aufhören.

Verlassen Sie sich auf Gott
Selbstvertrauen ist Sünde. Es ist arrogant für uns winzige Kreaturen zu denken, dass wir tun könnten, was auch immer wir wollen, dass wir unser eigenes Schicksal kontrollieren könnten, dass wir selbst entscheiden könnten, was richtig und was falsch ist. Die Wahrheit ist, dass wir Menschen die Weisheit oder die Kraft nicht haben. Das Universum existiert nur, weil Christus es durch das Wort seiner Kraft trägt (Hebr. 1,3). Und wir existieren nur, weil unser Schöpfer unsere Bedürfnisse stillt (Apg. 14,17).

Und doch (ich spreche aus Erfahrung) vergessen sogar Gläubige manchmal, dass sie jede Minute Gott brauchen; und wir können den ganzen Tag verbringen, ohne daran zu denken und dafür zu danken, was Gott für uns tut. Er unterstützt uns sogar dann, wenn wir ihn ignorieren.

Sogar wenn wir in Schwierigkeiten sind, kämpfen wir manchmal fort und fort und versuchen, die Probleme aus eigener Kraft und mit unseren eigenen Strategien zu beheben, statt zu erkennen, dass wir alle unsere Bedürfnisse und Wünsche im Gebet mit Gott teilen sollten (Phil. 4,6). Wir verhalten uns so, als hinge alles von uns ab, wo in Wirklichkeit aber alles von Gott abhängt. Er kennt unsere Bedürfnisse, und er will, dass wir ihm vertrauen.

Seien wir dankbar, dass sich der Heilige Geist für uns verwendet, besonders wenn wir zu gedankenlos sind, um selbst für uns zu bitten (Röm. 8,26-27). Der Heilige Geist steht für uns ein und hilft uns auf Wegen, die wir nicht erkennen. Wenn wir also versäumen, konstant zu beten, tritt der Heilige Geist für uns ein. Dennoch können wir nicht sämtliche Gebete dem Heiligen Geist aufladen und ihm alles Reden überlassen, während wir gedankenlos durchs Leben gehen.

Wir müssen beten. Wir hätten mehr Freude, wären weniger gestresst, aber mehr erfüllt, wenn wir im Sinn behielten, dass wir in der Gegenwart Gottes leben – dass wir „in ihm leben, weben und sind“ (Apg. 17,28). Je mehr wir von Gott wissen, desto besser werden wir unser Leben verstehen; denn Gott bildet den nötigen Rahmen unserer Beziehungen. Wenn wir das Leben in seinem Kontext sehen, sehen wir es in voller Klarheit.

Wir wissen alle, dass Gott kein dienstbarer Geist ist, der uns jeden Wunsch gewährt. Das ist deshalb so, weil wir oft nicht verstehen, was wir wirklich brauchen. Wir können um Befreiung aus einer schweren Prüfung beten, aber Gott benutzt diese Prüfung, um uns etwas Wichtigeres zu geben als zeitliches Wohlbefinden.

Wir können beten, dass ein Nachbar zu Christus kommt (diesen Wunsch sollten wir haben), aber Gott weiß, dass dies nicht die richtige Zeit sein mag. Es kann sein, dass Gott sehen will, dass uns das Leben dieses Menschen stärker am Herzen liegt.

Offen gesagt, in dieser Welt geht so vieles ungerecht zu, dass wir viele Gebetsanliegen hätten: für uns, für unsere Kirchen und für diese Welt. Wir haben viel, um was wir beten sollten.

Gebet ist unser Hilferuf. Im Gebet geben wir zu, dass wir nicht autark sind, dass wir nicht alles allein bewältigen können. Im Gebet bestätigen wir das Bestehen einer Beziehung zwischen Gott und uns – eine Beziehung, in welcher Gott versprochen hat, unseren Bedarf zu stillen und uns auf Arten und Weisen zu segnen, die er für die geeignetsten hält. Das Gebet ist eine Handlung der Verehrung Gottes, da es impliziert, dass Gott Kraft hat und dass er verlässlich ist.

Dank
Gott versorgt unseren Bedarf, und es ist angemessen, dass wir ihm dafür danken, dass er es tut. Jeder Atemzug, den wir nehmen, ist sein Geschenk. Die ganze Schönheit der Natur ist ein Geschenk von ihm. Die wunderbare Vielfalt dessen, was wir sehen, hören, riechen und fühlen, ist ein Geschenk von ihm. Unsere Gespräche mit Gott sollten sowohl Dank als auch Bitten einschließen.

Wenn wir Gott danken, erinnern wir uns an unseren Platz im Universum – ein Platz von großer Ehre als Ziel der Zuneigung Gottes und ein Platz der Abhängigkeit von seiner Liebe. Danksagung hilft uns zu wissen, wer wir sind und warum wir existieren; sie erinnert uns daran, dass das Universum nur durch sein Geschenk funktioniert.

Manch einer mag sagen: „Ich weiß das schon. Warum muss ich fortfahren, es zu sagen?“ Ich denke, wir sollten es allein schon deshalb sagen, damit wir uns all dessen wirklich bewusst sind; es ist zu leicht, dass wir durch den Tag gehen, ohne wirklich zu wissen, dass das Leben am besten funktioniert, wenn wir uns daran erinnern, dass es ein Geschenk ist. Dies bestätigen auch die biblischen Gebote, in unseren Gebeten Gott ständig und für alles dankbar zu sein (1.Thess. 5,17-18).

Die Bibel fordert uns ebenso auf, mit Ausdauer zu beten und dieselbe Bitte immer wieder vorzubringen. Wir wissen durch den Glauben, dass uns Gott bereits beim ersten Mal hörte und dass er unsere Ernsthaftigkeit auch ohne unsere Ausdauer kennt. Daraus schließe ich, dass sein Gebot an uns, Ausdauer zu haben, wirklich zu unserem eigenen Wohle ist. Wir müssen uns immer wieder selbst klar machen, worin die Wünsche unseres Herzens bestehen.

Dies bedeutet nicht, dass Gebet nur ein Mittel ist, mit uns selbst zu reden oder uns an abstrakte Wahrheiten zu erinnern. Nein, die Heilige Schrift versichert uns, dass Gebet ein authentisches Gespräch mit Gott ist. Unsere Bitten steigen zum Himmel auf und werden wirklich von Gott gehört und beantwortet. Unser Dank geht wirklich zu Gott, den wir im Blickfeld behalten müssen.

Wir müssen Gott unaufhörlich dafür danken, was er für uns täglich tut, und für die uns gegebenen Verheißungen für unsere Zukunft sowie für das, was Christus für uns schon getan hat, um diese Zukunft sicherzustellen.

Unsere Dankbarkeit für Jesus Christus führt ganz natürlich dazu, dass wir unser Leben dem Gehorsam gegenüber Gottes Willen widmen. Mit größtem Eifer und voll vertrauensvoller Loyalität möchten wir dem Einen antworten, der uns so sehr liebt.

Unsere Existenz, unsere Freude, unser Vergnügen sowie unsere geistige Gesundheit hängen alle von unserer täglichen Gunst bei Gott durch Jesus Christus ab. Es gibt viel, wofür wir dankbar sein sollten – wirklich alles, was wir haben und jemals zu haben hoffen – alles ist ein Geschenk, für das wir dankbar sein müssen.

Unser Dank sollte unsere Würdigung für das, was Gott ist, einschließen. Hier verschmelzen unsere Gebete den Dank mit dem Lob. Wir preisen seine Kraft, seine Weisheit, sein Erbarmen, die Schönheit seiner Liebe. Wir loben ihn dafür, wer er ist, und nicht nur für das, was er gibt; denn in Wirklichkeit gibt er sich uns selbst.

Mein Hilferuf
Schließlich, meine Freunde, bitte ich Sie, für Ihre örtliche Gemeinde zu beten. Es bedarf der Stärke Gottes, damit Ihre Gemeinde einen Unterschied für das Reich Gottes in Ihrer Kommune macht. Sie brauchen Gottes Hilfe, um zusammenzuarbeiten und das Unmögliche anzupacken.

Sie müssen beten.
Beten Sie für Ihre örtlichen Gemeindeleiter. Beten Sie auch für jene, die die Lobpreismusik leiten – sie brauchen Gottes Segen. Diejenigen, die sprechen, sollten die Worte Gottes sprechen (1.Petr. 4,11), und dies kann nicht aus menschlicher Weisheit geschehen.

Und beten Sie auch für mich. Sogar der begabteste Mensch wäre nicht in der Lage, die Arbeit zu tun, die Gott von mir erwartet. Ich brauche Gottes Hilfe, und ich bete dafür, und ich erhalte sie. Und genauso wie Paulus seine Gemeinden aufrief, für ihn zu beten (Kol. 4,2-3, usw.), so bitte ich Sie ebenfalls darum, für mich zu beten. Meine persönlichen Schwierigkeiten wie auch die Schwierigkeiten im Dienst der Kirche bedeuten, dass ich Gottes Hilfe brauche. Wir brauchen alle Hilfe. Wir brauchen alle das Gebet.

Erschienen in NACHFOLGE, Ausgabe 10-11/2002

Download

© WKG 2008 | Datenschutzerklärung | Nachfolge-Gratis-Abo | Broschürenangebot | E-Newsletter | WCG USA | Kontakt | Spenden & Helfen | weiterempfehlen | VM-CMS