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NF Juli-September 2010

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Die Nerven behalten in einer Welt voller Stress

Die Welt verändert sich heute ständig in so einem Tempo, dass es fast kein Mensch mehr verkraften kann. Doch es gibt einen Weg, wie wir mit Stress fertig werden können.

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Von innen heraus gut sein - Teil 1

Matthäus 5,21-26.

von John Stonecypher

Die Schriftlesung für heute morgen finden wir in Matthäus 5,21-26

21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht töten [morden]«; wer aber tötet [mordet], der soll des Gerichts schuldig sein. 5,22 Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig. 5,23 Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, 5,24 so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe. 5,25 Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest. 5,26 Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.

Unsere heutige Predigt beginnt mit zwei Geschichten. Die erste nenne ich: "Zwei verärgerte Typen." Es waren einmal zwei Jungen aus Colorado, USA. Sie waren in ihrer Schule nicht die beliebtesten Jungen. Die anderen Kinder trieben ihren Spaß mit ihnen, waren gemein zu ihnen und grenzten sie aus. Diese Jungen hegten Jahre lang ihren ganzen Ärger in ihrem Herzen, sie grübelten darüber, ihr Zorn wuchs. Eines Tags brachten sie Waffen mit in die Schule und ermordeten so viele sie konnten, bevor sie sich selbst töteten. Der zwischenmenschliche Konflikt eines normalen Schulalltags verwandelte sich an der Columbine High School in eine Tragödie. Das war eine Geschichte über Zorn, der sich in eine Tragödie verwandelte.

Nun zu einer anderen Geschichte über eine andere Verärgerung. Es war einmal eine Auster, die fröhlich in einem Flussbett saß und ihre Nahrung aus dem Wasser saugte. Eines Tags geriet ein bisschen Sand in das Maul der Auster. Dies war nur ein kleines Ärgernis – es war kratzig, es schmerzte an dieser Stelle. Es war sehr lästig. Darum sonderte die Auster eine Substanz ab, die das Sandkorn mit einem glatten weißen Material umgab. Über die Jahre wurden immer mehr Schichten hinzugefügt, Daraus entstand schließlich das, was wir eine Perle nennen. Diese kleine Plage verwandelte sich nicht in eine Tragödie. Auf Grund der Art und Weise, wie damit umgegangen wurde, verwandelte sich das Ärgernis in etwas Schönes.

Jedes Lebewesen - von den Austern zu den Hochschulstudenten, zu Ihnen und zu mir - muss sich mit Zorn und Ärger auseinander setzen. Wir müssen mit Konflikten umgehen; sie gehören zum Leben. Aber es gibt verschiedene Wege, mit aufgebrachten Leuten umzugehen. Eine führt zu den größten Schrecken unserer heutigen Welt – Schüsse an Hochschulen, Krieg, Völkermord und so weiter. Eine andere Weise führt jedoch zu etwas Schönem und Gutem, etwa zu einer Perle, in der sich ein Ärgernis in ein großes Wertobjekt verwandelt.

Jesus ist wie die Perle und möchte Ihnen beibringen, ebenso zu sein. Er ging mit erbosten Menschen in besonderer Weise um. Eine christusähnliche Person, ein Jünger, ist einer, der lernt, mit aufgebrachten Menschen auf dieselbe Weise umzugehen. Nehmen Sie sich eine Minute Zeit und stellen sich vor, eine Art von Mensch zu sein, die einfach nicht im Zorn verharrt. Das wäre doch schrecklich, nicht wahr? Es ist doch so köstlich und entspannend, sauer zu sein und über jede Kleinigkeit, die uns die weite, schlechte Welt heute angetan hat, bitter zu werden. Welch ein Verlust, wenn ich mein Bedürfnis, verbittert zu sein, aufgeben müsste! Nein, im Gegenteil, das ist ein Opfer, das ich GERNE bringen würde. Es wäre eine wunderbare Gottesgabe, wenn ich ein solcher Mensch werden könnte. Menschen können Ihnen in den Weg kommen, etwa Sie im Straßenverkehr schneiden. Man könnte Sie sogar verletzen, ohne dass es Sie wirklich stört. Stellen Sie sich das vor – Kränkungen und Beleidigungen perlen von Ihnen ab wie Wasser vom Rücken einer Ente. So war Jesus und das möchte er Ihnen beibringen.

Um diese Frage geht es in unserer heutigen Predigt: Wie geht eine christusähnliche Person mit SCHWIERIGEN MENSCHEN um?

Bevor wir in den Text einsteigen können, müssen wir den Kontext bestimmen. Wir befinden uns in der Bergpredigt, in der Jesus uns lehrt, wie man hier und heute in das Königreich Gottes eintreten kann und wie man an seiner Seite an dem Unternehmen, das die Welt verändern will, dem Werk Gottes, teilhaben kann. Zuerst zeigte er uns, wie jeder ohne Ausnahme, sogar die Armen und Bedrückten, auch die geistlichen Nullen, berufen ist, Teil des Königreichs zu sein. Niemand ist ausgeschlossen. Gegen Ende des 5. Kapitels von Matthäus zeigt Jesus uns, in welche Art Mensch er Sie umwandeln will. Das hängt damit zusammen, wie Sie sich in Ihren Beziehungen zu anderen Menschen verhalten. Jetzt erfahren wir, wie Jesus seine Beziehung zum mosaischen Gesetz und den Bestimmungen des Alten Bundes definiert. Folgendes tut Jesus im Rest des 5. Kapitels, er sagt: "Ich bin nicht gekommen, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen, sondern zu erfüllen". Großartige Idee. Nachdem Jesus das sagte, benutzt er den Rest des 5. Kapitels, um uns konkrete Beispiele für das alttestamentliche Gesetz zu geben und was seine Erfüllung für ihn bedeutet. Da dieses Stück fest in der Heiligen Schrift verankert ist, wollen wir es auch als Ganzes studieren. Wir werden wie folgt vorgehen: Die Stelle "nicht aufzulösen [abzuschaffen], sondern zu erfüllen" kann auf SO viele verschiedene Weisen interpretiert werden, dass wir uns damit erst in einigen Wochen beschäftigen werden. Zuerst wollen wir uns alle konkreten Beispiele, die er uns in Kapitel 5 gibt, ansehen. Das dauert vielleicht drei Wochen, um sie alle hinreichend zu behandeln. Dann kommen wir auf "nicht abzuschaffen, sondern zu erfüllen" zurück. Wir werden sehen, wie diese Beispiele diesen Vers erläutern.

Folgendes möchte ich in den nächsten Wochen besprechen: Jesus will nicht, dass wir lediglich Regeln beobachten. Regeln und Gesetze zu befolgen, kann nur unser externes Verhalten beeinflussen. Gott ist aber an mehr als nur unserem Verhalten interessiert. Er interessiert sich für das, was in Ihnen ist. Welcher Art von Mensch Sie sind. Darum musste das Gesetz erfüllt werden. Es muss durch ein Gesetz ersetzt werden, das über das Äußerliche hinausgeht und sich für das interessiert, was in Ihrem Innern ist, wer Sie sind. Jesu Ziel ist es, Sie von innen heraus gut zu machen. Darum wird der Titel der nächsten drei Predigten lauten: „Von innen heraus gut sein“. Eine Sache, die Jesus immer und immer wieder sein ganzes Leben lang hervorhebt, ist die, dass "von außen her gut sein" nicht gut genug ist. Er will Sie von innen heraus gut machen. Wenn das geschieht, wird das Äußere für sich selbst Sorge tragen.

Nun zurück zu unserem Text. Das erste Beispiel, das Jesus erwähnt, zeigt uns, wie eine christusähnliche Person mit lästigen Menschen umgeht. Zornige Menschen gibt es schon seit Anfang der Menschheit: Als Adam für seine Sünde seine Frau verantwortlich machte. Wie stark erregt das jemanden zum Zorn? Ich bin sicher, dass sie wütend wurde. Bereits in der zweiten Generation ärgerte sich Kain über Abel so sehr, dass er ihn ermordete. Von da an wurden Zorn, Gewalttätigkeit und Mord zum menschlichen Standard bei ärgerlichen Personen. Lesen Sie die Bibel und schauen Sie sich die Abendnachrichten an, die Ihnen das bestätigen. Gott sah herab und wusste, dass etwas getan werden musste. Er wusste sofort, dass er in menschlicher Gestalt kommen und die Menschen von innen heraus umgestalten muss, um ihnen neue Herzen zu geben, die, statt einander zu hassen, beginnen würden, einander zu lieben. Die Vorbereitungen dazu sollten aber eine lange Zeit, mehrere Jahrtausende, in Anspruch nehmen. Also nahm Gott das Volk, das er vorbereitete, Israel, und gab ihnen ein Gesetz, um die Lage in der Zwischenzeit etwas zu verbessern: "Du sollst nicht töten [morden]." Dies war ein gutes Gebot. Israel gedieh, weil sie dieses Gesetz hatten; die Situation wurde dadurch ein wenig verbessert. Dieses Gesetz wurde von vielen anderen Nationen übernommen, einschließlich der unsrigen. Dieses Gesetz war eine wirkliche Hilfe für jede Gesellschaft, die es übernommen hat. Aber dieses Gesetz war nicht die letzte Lösung. Das konnte es nicht sein. Das Gesetz kann Völkern nur als äußerliche Einschränkung dienen. Als Jesus kam, war er die letzte Lösung. Denn nur er konnte den Menschen neue Herzen geben. Lassen Sie uns hören, was er diesbezüglich sagt: “Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist:»Du sollst nicht töten [morden]«; wer aber tötet [mordet], der soll des Gerichts schuldig sein“ (Mt 5,21).

Dies war ein gutes Gesetz, aber es konnte nicht die Wurzel der Probleme behandeln. Man kann davon Abstand nehmen, Menschen zu ermorden, während man im Innern doch den anderen zu verabscheuen beginnt. Man mordet zwar niemanden, ist aber so geartet, dass man morden würde, wenn man einigermaßen sicher wäre, davon zu kommen. Aber Jesus kommt und stellt dieses alte Gesetz zurück und ersetzt es jetzt durch eine neue Forderung, die sich direkt an unser Herz wendet. Jesus tut jetzt zweierlei. Er zeigt uns, was eine christusähnliche Person NICHT TUT. Dann zeigt er uns, was eine christusartige Person TUT. Wir möchten uns jetzt die erste ansehen.

1. Die christusähnliche Person wird sich weigern, HALTUNGEN zu entwickeln, die andere Menschen HERABSETZEN.

Dies ist der wesentliche Punkt von Vers 22. Jesus zeigt uns drei klare Haltungen, die andere Menschen herabsetzen und sagt uns, dass ein Jünger diese drei Haltungen nicht fortentwickeln sollte. “Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig“ (V. 22).

Das alte Gesetz über Mord konnte nur Ihr äußerliches Verhalten beeinflussen, doch diese neue Forderung befasst sich mit dem, was in uns ist – unser Zorn. Sehen wir uns kurz Zorn an und warum er solch ein starkes Verbot verdient. Zorn ist ein natürliches Gefühl, das alle Tiere haben. Wenn Sie wollen, dass eine bestimmte Sache geschieht, und jemand anderes kommt und mischt sich darin ein, ist die natürliche Reaktion Zorn –
ein Gefühl, das Sie bewegt, diese andere Person zu stoppen oder ihr gar Schaden zuzufügen, weil sie Ihren Willen durchkreuzt. Wenn es dabei bliebe, wäre Zorn noch keine Sünde. In Epheser 4,26 sagt Paulus: "Zürnt ihr, so sündigt nicht." Erkennen Sie den Unterschied? Zorn als Gefühl ist keine Sünde. Aber der Zorn des Menschen geht oft über das Gefühl hinaus und wird zu einer Funktion unseres Willens. Ihr Zorngefühl führt zu einem absichtlichen Entschluss, dieser andere Person Schaden zu wünschen. An dieser Stelle wird Zorn zur Sünde. Dies ist die erste der drei zu vermeidenden Einstellungen. Ich möchte diese Handlung VORSÄTZLICHER ZORN nennen. Ihr Wille mag noch nicht darauf gerichtet sein, auszuholen und die andere Person zu schlagen. Es genügt ein Blick von Ihnen, der ihr sagt, dass Sie sie zu verletzen beabsichtigen oder ihr etwas sagen möchten, wovon Sie wissen, dass es sie verwunden dürfte. Dies ist die Sünde des Zorns, der sich an der Wurzel von so vielen Problemen befindet. Zorn hat keinen Platz im Reich Gottes. Wenn Sie über Ihre Zorngefühle nachgrübeln, sie wachsen lassen und ausführen, verpassen Sie das, was das Leben im Königreich ausmacht. Das Leben des Königreichs ist Frieden und Freude und Freundlichkeit. Zorn blockiert diese Früchte. Ihre Aufgabe ist es, sich auf Jesus zu verlassen und ihm zu erlauben, Sie auszubilden, ein solcher Mensch zu werden, der keinen Zorn kultiviert. Er bringt Ihnen bei, in dem Bruchteil einer Sekunde aufmerksam zu sein, wenn jemand Sie im Straßenverkehr schneidet, statt diesem Fahrer einen Vogel zu zeigen, tief durchzuatmen und zu beschließen, sich nicht weiter darüber aufzuregen. Es gibt nichts, das Sie mit Zorn tun können, was Sie nicht ohne ihn besser tun könnten. Wenn Sie Zorn hegen, wächst er sich in etwas noch Schlimmeres aus: „… wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers [der Gehenna] schuldig“ (V. 22b).

Sie mögen jetzt denken, dass dies der leichteste Befehl der Bibel ist. Ich bin noch niemals VERSUCHT gewesen, "Racha!" zu einem von Ihnen zu sagen, und "Narr" ist ohnehin kein Wort, das meine Generation sehr häufig verwendet. Aber Jesus gibt uns kein Gesetz über Wörter, von denen nicht anzunehmen ist, dass wir sie überhaupt anwenden. Er kommt zur zweiten Haltung, die eine christusähnliche Person vermeidet. VERACHTUNG. Verachtung ist das, was einen dazu bewegt, "Racha!" zu sagen. Man nimmt an, dass "Racha" von einem Geräusch kommt, das unsere Kehle macht, wenn wir Schleim hochziehen, um ihn auszuspucken. Es ist ein Zeichen der Verachtung. Zorn drückt aus: "Ich will Sie verletzen." Verachtung sagt: "Es ist mir egal, ob Sie verletzt sind oder nicht, weil Sie mich nicht interessieren". Weil viele Deutsche eine generelle Verachtung für das jüdische Volk hatten, machte es ihnen nichts aus, wegzuschauen, als Juden während des zweiten Weltkrieges nach und nach verschwanden. Verachtung ist das, was auf einem Schulhof geschieht, wenn ein Kind vom Spiel ausgeschlossen wird, weil ihn die anderen Kinder einen Dummkopf oder Blödmann nennen. In unserem Land [USA] benutzten wir ein Wort für die Bezeichnung von schwarzen Menschen, das mit dem Buchstaben 'N' begann. Die Weißen riefen sie mit diesem Namen, weil das bedeutete, dass Sie sie nicht einmal als Menschen ansahen. Das ist Verachtung.

"Sie Narr!" führt uns einen Schritt weiter. Jesus zeigt an, dass es noch eine Stufe gibt, die schlimmer ist als "Racha!" zu sagen. Jemanden einen "Narren" im biblischen Sinn zu nennen, sollte seine Menschenwürde leugnen und die Bereitschaft anzeigen, ihm zu schaden. Wir sind vom vorsätzlichen Zorn zur Verachtung gekommen und gehen jetzt einen Schritt weiter zur BÖSWILLIGKEIT. Diese bezieht sich auf unsere arglistige, gemeine Welt. Böswilligkeit ist Verachtung mit der zusätzlichen Absicht, die andere Person zu verletzen. Was dieser Haltung in unserer Sprache am nächsten kommt, ist: "Sie IDIOT!", aber mit einem zusätzlichen schlechten Wort. Das ist Hass, der geeignet ist, in Gewalttätigkeit zu explodieren. Jesus sagt Ihnen, wenn Sie eine solche Haltung gegenüber einem anderen von Gottes Kindern haben, Sie sich im Königreich nicht heimisch fühlen können. Diese Haltung ist Gott, seiner Lebensart und seinem Denken fremd. In Gottes Denkweise sind Menschen wertvoll. Das ist die eine Tatsache, von der jede Beziehung, die Sie je mit einem anderen Menschen haben, getragen sein sollte. Menschen sind wertvoll. In den Augen Gottes ist das Leben von Saddam Hussein das Blut Jesu wert, nicht weil Saddam ein guter Mann ist, sondern weil Saddam Gottes Kind ist, das er sehr liebt. Wenn Sie absichtlichen Zorn und Verachtung und Böswilligkeit für ihn oder für sonst jemand entwickeln möchten, sagt Jesus, dass Sie dann für Gott und seine Pläne im Universum nutzlos sind. Es gibt nichts, das man mit Ihnen anfangen könnte, als Sie auf eine Müllkippe zu werfen. Damit bezieht er sich auf das Tal im Südwesten Jerusalems, das „Gehenna“ genannt wird; es war die städtische Müllkippe, wo der Abfall der Stadt Tag und Nacht brannte.

Wir wollen über diesen Punkt nicht zu schnell darüber hinweggehen. Es ist ein Jammer für uns, wenn wir unsere Sünden unter den Teppich kehren. Halten Sie hier eine Minute inne. Sünde ist tödlich ernst. Ihre Sünden des absichtlichen Zorns, der Verachtung und der Böswilligkeit waren die Nägel, mit denen Jesus ans Kreuz genagelt wurde. Denken Sie nicht, dass Sie fein raus sind, weil Sie sich beherrschen, Ihren Sie erzürnenden Nachbarn umzubringen. Nein, Sünde schließt alle anderen Haltungen ein, die Sie in Ihrem Herzen entwickelt haben. Das sind jene Sünden, die Sie dem Gerichtsurteil und der Hölle ausliefern, sagt Jesus. Andere Bibelstellen zeigen uns, wie Sünde gehandhabt wird. Bitten Sie um Vergebung, und Sie werden sie erhalten. Christus hat am Kreuz Ihre Sünden voll und ganz bezahlt. Sie erhalten nicht nur Vergebung, sondern auch die Kraft, ein neuer Mensch und sogar in Ihrem Innern gut zu werden. Hier in der Bergpredigt erläutert Jesus einen Lebensstil, der menschlich unmöglich ist. Doch Jesus beabsichtigt nicht, Sie sich selbst zu überlassen. Sobald Sie ihm vertrauen und folgen, tut er, was für Ihre Verwandlung notwendig ist. Ihr Teil besteht darin, dass Sie jedes Mal, wenn Gott Ihnen eine Gelegenheit zu wachsen gibt, mit ihm zusammen arbeiten sollten, um sie voran zu bringen. Es gibt nichts, dass Sie beide gemeinsam nicht schaffen könnten.

Übung für die Seele: Entwickeln Sie einen Glauben an die Tatsache, dass MENSCHEN WERTVOLL SIND. Wie Sie in diesem grundsätzlichem Glauben wachsen, wird es Ihre zweite Natur, dass Sie niemanden mehr mit schlechten Namen bezeichnen, ihnen Schaden wünschen oder sie ermorden möchten. Erinnern Sie sich daran, dass, wenn Sie sich um das Innere kümmern, sich das Äußere um sich selbst kümmert. Ihre Überzeugungen werden von den Ideen und Bildern geformt, denen Sie Zugang zu Ihrem Verstand erlauben. Der Schlüssel lautet somit: Schützen Sie Ihre Augen und Ohren. Hier ist eine mögliche Übung:
Eine Woche lang die “Tore bewachen”: Kontrollieren Sie strickt eine ganze Woche lang, was Sie lesen, beobachten, was Sie sich anhören oder ansehen.

 Schauen Sie nichts im Fernsehen an, das Leute erniedrigt, (fast jede Fernsehsendung, von Gewalttätigkeit bis zu erniedrigendem Humor). Lesen Sie nicht die Schlagzeilen und Klatschspalten der Boulevardzeitungen. Wenn Sie in einem Gespräch sind, bei dem Klatsch und Tratsch aufkommen, wenden Sie entweder die Konversation auf ein anderes Thema oder gehen Sie einfach. Enthalten Sie sich jeder geistigen Diät, die Leute herabsetzt.

 Füllen Sie stattdessen Ihre Augen und Ohren mit Ideen und Bildern, welche den wahren Wert von Menschen widerspiegeln. Dazu gehören gewisse Fernsehsendungen und Filme, Musik, gute Bücher und Zeitschriften sowie erbauliche Gespräche.

 Blicken Sie am Ende der Woche zurück und sehen Sie, ob Sie einen Unterschied festzustellen können in Ihrer natürlichen Reaktion insbesondere auf Leute, die Sie herausfordern. Bitten Sie Gott, er möchte Ihnen zeigen, ob Sie diese Übung länger als eine Woche durchführen sollten.

Jesus hat uns also eine Idee davon gegeben, was zu vermeiden ist – jene Haltungen, anderen Schaden zu wünschen oder ihren Wert als Menschen zu leugnen. Jetzt geht er weiter und zeigt einige positive Beispiele, wie Menschen des Reiches Gottes tatsächlich mit Konfliktsituationen UMGEHEN sollten:

2. Für einen christusähnlichen Menschen hat VERSÖHNUNG höchste Priorität.

Nochmals, dies folgt direkt unserem Glauben an die Tatsache, dass Menschen wertvoll sind. Wenn wir uns in Konflikt mit einem anderen der wertvollen Kinder Gottes befinden, dann bleibt für uns nichts Vernünftigeres zu tun, als jeden Berg zu besteigen, der notwendig ist, um Dinge beizulegen. Jesus gibt zwei Beispiele, Versöhnung an erste Stelle zu setzen: “Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe” (V. 23-24).

Weil Menschen so wertvoll sind, hat Ihre korrekte Beziehung mit ihnen sogar Priorität über Ihren Gottesdienst. Sie können keine korrekte Beziehung zu Gott haben, wenn Sie sie nicht mit einem Mitmenschen haben. Johannes sagt dasselbe: "Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und haßt seinen Bruder, der ist ein Lügner.“ Wenn jemand etwas gegen Sie hat und Ihre Beziehung zerbrochen ist, TUN SIE, WAS AUCH IMMER SIE TUN MÜSSEN, um sie wieder in Ordnung zu bringen; tun Sie es JETZT. Jemand, der getreulich voll und ganz im Reich Gottes lebt – wenn dieser Mensch in der Kirche sitzt und realisiert, dass er ein Problem mit jemandem in derselben Straße hat, soll er aufstehen, den Gottesdienst verlassen und zu ihm hingehen, um es in Ordnung zu bringen; denn es ist zu wichtig, um es anstehen zu lassen. Falls Ihnen gerade jetzt jemand in den Sinn kommt – um Jesus hier zu gehorchen – sollten Sie diese Minute aufstehen und zur Tür eilen, um es in Ordnung zu bringen. Gehen Sie! Niemand hält Sie auf. Ein Mensch, der vollständig unter Gottes Herrschaft lebt, der in perfekter Harmonie mit Gott gemeinsam in seinem Königreich lebt, würde genau das tun. Sie würden es nicht lediglich tun, weil dieser Befehl hier steht; sie würden es einfach tun, weil sie ihre Prioritäten richtig geordnet haben. Für sie wäre es nur vernünftig hinzugehen und einen Konflikt zu lösen, bevor sie irgendetwas anderes tun.

Jesus fährt fort und kommt zu einem anderen positiven Beispiel; es handelt von einem Rechtsstreit, der Rechtsanwälte einschließt. “Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest. Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast” (V. 25-26).

Jemand verklagt Sie. Was tut eine christusähnliche Person? Das Griechische lautet: "Sei freundlich gesinnt“ gegenüber deinem Widersacher. Ich denke, dass dies genauer ist als: "Vertrage dich sogleich.“ In den dem Gerichtsverfahren vorangehenden Handlungen, sollten Sie Ihrem Zorn nicht erlauben, von Ihnen Besitz zu ergreifen. Denn wenn Sie es tun, geraten Sie genau in die Falle, in das Gerichtssystem hineingezogen zu werden. Dieses System ist manchmal gerecht und manchmal nicht. Sobald Sie Ihren Fuß in dieses System setzen, wer weiß, was mit Ihnen geschieht. Versuchen Sie, was Sie nur tun können, um dieses System zu meiden, sagt Jesus. Nicht nur, um zu vermeiden, in dieses System hinein gesogen zu werden, sondern weil Sie eine authentische Liebe zu der Person haben, die Sie verklagen. Versuchen Sie, die Angelegenheit zu bereinigen, bevor es zu einem Gerichtsverfahren kommt. Setzen Sie sich mit der anderen Person zusammen und fragen Sie aufrichtig: "Was kann ich tun, um zu helfen?" Erstens wird dies die andere Person völlig überrumpeln, weil es nicht die normale menschliche Art ist, das zu tun ist. Zweitens kann es einfach einen Prozess zur Lösung ohne Gerichtsverfahren beginnen. Wenn Sie also in Liebe vorgehen, dann gehen Sie auch in die Realität von Gottes Reich mit allen seinen unglaublichen Ressourcen, die für Sie verfügbar sind, hinein. Es kann sowohl Sie als auch die andere Person einfach verwandeln, so dass Sie beide aus der Situation einfach in besserer Form heraus kommen, als die, in der Sie waren, weil Sie sich für eine Lösung entschieden, wo beide Gewinner sind, statt einer, wo es einen Sieger und einen Verlierer gibt. Wenn Sie verklagt werden, seien Sie zur anderen Person freundlich gesonnen. Tun Sie, was Sie können, um zu helfen, ihre Klage anzusprechen. Das heißt nicht, dass Sie „allen ihren Forderungen nachgeben“ sollten. Deren Forderungen mag jede Begründung fehlen. Sie sind vielleicht nur Tyrannen, die versuchen die Gerichte zu benutzen, um zu stehlen, was rechtlich nicht das Ihre ist. Seien Sie dieser Person gegenüber freundlich gesonnen und versuchen Sie, ihr zu helfen. Dennoch bleibt die Möglichkeit bestehen, dass es immer noch notwendig ist, vor Gericht zu gehen. Es gibt Aspekte der Situation, die Sie nicht kontrollieren können. Sie haben aber Kontrolle darüber, ob Sie sich gegenüber der anderen Person liebevoll verhalten haben oder nicht.

Sehen Sie die Progression in diesen zwei Beispielen? Das erste betrifft die Versöhnung mit Ihrem Bruder, einem Mitchristen, mit dem Sie schon in so etwas wie einer mitmenschlichen Beziehung stehen. Versöhnung ist in solchem Fall schwer, aber nicht ZU schwer. Danach kommt die Notwendigkeit, sich mit jemanden zu versöhnen, den Sie vorher nie auch nur getroffen haben, der aber versucht, die Gerichte dazu zu bringen, Sie zu verurteilen, an ihn für einen Schaden zu bezahlen, den Sie nicht angerichtet haben oder haben können. Dieser Fall führt uns in den fortgeschrittenen Bereich von Jüngerschaft. Wenn dieser für Sie im Augenblick unmöglich durchzuführen scheint, zu sorgen Sie sich nicht darum. Wir kommen zu dieser Wachstumsstufe, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

Wachstum ist ein Prozess. Es vollzieht sich nicht sofort komplett. Gott liebt Sie trotzdem, wie unvollkommen Sie auch immer noch sind. An Ihrem Todestag wird der Prozess immer noch nicht abgeschlossen sein. Aber das Blut Christi genügt Ihnen. Was Gott von Ihnen möchte, ist, dass Sie ihm genug vertrauen, dass er den Prozess in Ihnen in Gang setzt. Er möchte, dass Sie die Wachstumsgelegenheiten, so wie sie kommen, gebrauchen und dass Sie Jesus einladen, Ihnen zu helfen, sie durchzustehen. Denn es gibt nichts, das Sie beide gemeinsam nicht schaffen könnten. Hier ist eine allgemeine Strategie, wie Sie beginnen können, Schritte nach Vorne zu machen, um jemand zu werden, der mit schwierigen Menschen in einer Weise umgeht, wie Jesus es tut:

Übung für die Seele: Manche von uns haben ein großes Problem mit Zorn; er ist wie ein wildes Tier, das in unserem Wandschrank lebt und das regelmäßig herauskommt, um uns und unsere Familien zu terrorisieren. Für andere von uns ist Zorn kein all zu großes Problem. Aber jeder von uns hat noch Raum für Wachstum. Hier ist das, was Sie tun sollten: Forschen Sie nach etwas, das Sie EIN KLEIN WENIG ärgert und arbeiten Sie mit Gott zusammen, die Sache zu handhaben.

Beginnen Sie nicht mit etwas so großem, wie Ihren Zorn über Osama BIN Laden. Ich habe meine Zweifel, dass ein einzelner von uns diese Sache in diesem Augenblick auf die Weise, wie Jesus es tut, handhaben kann. Beginnen Sie klein. Für mich ist es die Belästigung, die ich empfinde, wenn meine Frau mich darum bittet, den Abfall auszuleeren, wenn ich zu beschäftigt bin und ich nicht unterbrochen werden möchte. Ihr Wille kreuzt sich mit meinem. Ich spüre, wie mein Körper sich einfach beginnt zu verspannen. Genau hier ist die Gelegenheit, geistliche Muskeln aufzubauen. Beginnen Sie ein Gespräch mit Gott über Ihre Gefühle und über die Situation. Bitten Sie ihn:

 “Warum raste ich aus?” Weil ich an einem Projekt arbeite, bei dem ich nicht unterbrochen werden möchte.

 “Warum tut der andere das, was mich ärgert?” Versuchen Sie, die Situation aus dem Standpunkt der anderen Person zu sehen. Dies ist ein wirksamer Weg, die Art zu ändern, wie Sie denken und sich in der Situation fühlen. Warum bittet Karen mich, den Abfall zu hinaus zu tragen? Weil es der Abend ist, an dem der Abfall zu entsorgen ist, weil Abfall meine Verantwortung ist, weil ich sagte, dass ich es vor zwei Stunden tun würde, weil Abfall bereits auf den Fußboden überläuft und die Katzen schmutzige Kaffeefilter im Wohnzimmer herum schleifen.

 “Ist es das wert, sich zu ärgern?” Ein kleiner Tipp: Die richtige Antwort ist immer Nein. Zorn zu hegen hat in keiner einzigen Situation geholfen. Es gibt nichts, das Sie im Zorn tun könnten, was man nicht ohne ihn besser machen könnte. Absichtliche Ärger, Verachtung und Böswilligkeit sind alle Gift für Ihre Seele. Ihr Leben funktioniert einfach besser ohne sie.

Beginnen Sie mit kleinen Ärgernissen und mit der Zeit bearbeiten Sie sich zu größeren durch. Für mich wäre der nächste Schritt, meine Gefühle zu beherrschen, wenn mein Nachbar nebenan seine Musik spät nachts laut spielt, wenn ich zu schlafen versuche. Ich muss diese Situation noch meistern; es kann sein, dass sie verlangt, dass ich mit ihm darüber rede, es kann sein, dass ich die Polizei rufen muss. Aber ich muss mich doch nicht so sehr darüber aufregen. Es muss mich nicht unglücklich machen.

Hier ist das Evangelium: Wenn Sie unter der Herrschaft Gottes leben wollen, können Sie das. Unter Gottes Fürsorge Gottes zu leben ist eine gesegnete Erfahrung. Wenn Gott sich um Sie kümmert, sind Sie absolut sicher. Sie sind so sicher, dass Sie sich nicht um die große schlechte Welt sorgen müssen, die Sie verletzt, weil sie es letztlich nicht kann. Weil Sie im Reich Gottes sicher sind, müssen Sie nicht böse auf jedes kleine Ding werden, das mit Ihnen geschieht. Christus kam, um Sie davon zu befreien, dass Sie das ständig tun zu müssen. Akzeptieren Sie das Geschenk der Freiheit von Ärger und beginnen Sie, den vortrefflicheren Weg der Liebe zu erfahren.

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